26. Oktober 2013: Melk – Bärenkopf – Königswiesen – Bad Großpertholz – Wien

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Nach den letzten Wochenenden, die Marks umfassender Wohnungsrenovierung zum Opfer fielen (inklusive gezielter Schimmelbekämpfung, eines Löcherverspachtel- und Ausmalmarathons, etlichen Bauhaus- und Möbelixbesuchen, dem Kauf diverser Armaturen und Lampen sowie deren Anbringung und dem Wegbringen von Sperrmüll) wurde es wieder höchste Zeit, die vernachlässigte NC auszulüften. Das Wochenende des Staatsfeiertages bot sich hier an, da die Wettervorhersage sehr erfreuliche Aussichten verhieß. In der Früh setzte ich mich noch rasch an mein Navi und gab eine spannende Route ein, die zwar anfangs auf der Westautobahn nach Melk führte, aber danach ein Gustostück Waldviertel samt ein wenig Mühlviertel ermöglichte. Die Navihalterung hatte sich durch die bisherigen Fahrten gelockert, und so schraubte ich sie ab, um die darunterliegende Fixierungsscheibe fester zu ziehen – und prompt fiel mir die Schraubenmutter hinter die Motorradverkleidung. Gute 10 Minuten lang quetschte mir auf der Suche danach fast die Finger ab, aber sie tauchte nicht mehr auf. Selbst starkes Schütteln der NC brachte sie nicht wieder zum Vorschein, weshalb ich die Halterung schließlich ganz abbaute, Navi, Kabel und Fixierung wegpackte und mich ohne elektronischen Einflüsterer auf den Weg machte. Der Verkehr auf den Wiener Ausfallstraßen war um 9:15 Uhr bereits bemerkenswert, offenbar wollte so mancher rechtzeitig heim zur Mutti, um den feiertäglichen Festtagsbraten zu genießen. Im Wienerwald riß der hartnäckige Morgennebel zeitweilig auf, erst bei Melk begann er sich dauerhaft zu lichten. Der Blick von der Donaubrücke auf Emmersdorf hinab offenbarte ein ganz anderes Bild als die Verwüstung, die das sommerliche Hochwasser der Donau mit sich gebracht hatte. Die dunklen Wassermarkierungen, die bis zum ersten Stockwerk der tiefliegenden Häuser reichten, waren allerdings noch deutlich zu sehen. Über das Weitental ging die Route nach Pöggstall. Der Herbst war ins Land gezogen, und die engen, bewaldeten Täler entlang der Bäche waren aufgrund der Farbenpracht des Waldviertler „Indian Summers“ eine wahre Augenweide.

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Ich folgte der schönen Strecke über den Bärenkopf und bog dann nach Süden Richtung Königswiesen ab, das ich seit meiner Kindheit nicht mehr besucht hatte. Vor dort aus gings weiter nach Liebenau, wo ich auf dem alten Güterweg über die Schanz Richtung Langschlag fahren wollte. Nach kurzer Zeit erwies sich dieser Versuch ohne Navi aber als Ding der Unmöglichkeit, denn Wegweiser sind auf diesen kleinen, einspurigen Straßen im Nirgendwo nicht zu finden. Also kehrte ich um, folgte der Hauptstraße nach Langschlag und fuhr anschließend über Bruderndorf, Nonndorf und Abschlag am Fassldorf vorbei nach Bad Großpertholz, wo ich meine Eltern besuchte. Gegen 16:15 Uhr brach ich wieder auf, denn ich hatte keine Lust bei Dunkelheit die Straße nach Wien in Angriff zu nehmen. In Eichberg betankte ich die NC, kehrte nochmals nach Weitra zurück und fuhr dann über Großschönau und Engelstein nach Zwettl, von dort an den Rudmannser Fischteichen vorbei, die gerade ausgefischt wurden, zur Burg Rastenberg, die ich endlich einmal in ihrer ganzen, wuchtigen Pracht fotografieren wollte, nachdem ich bereits etliche Male daran vorbeigefahren war.

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Die Gföhler Kurven samt Senftenberg und Kremstal schenkte ich mir diesmal aus Zeitgründen. Bei Gneixendorf boten sich mir Göttweig und Krems bei einer soeben untergehenden Sonne dar – die Farbenspiele am Himmel waren in ihren Gelb- und Orangetönen fast kitschig schön. Danach nutzte ich die Stockerauer Schnellstraße, um zügig nach Wien zu kommen, wobei mich die Dunkelheit bei Tulln einholte. Das machte den erhofften Abstecher über den Exelberg zunichte, denn diese engen Kurven im stockfinsteren Wald bei ständiger Erwartung eines möglichen Wildwechsels zu fahren verbot sich von selbst. Ich kam um 18:35 Uhr zu Hause an, packte die Plane über meine brave NC und kam rechtzeitig zur ARD Sportschau mit den aktuellen Berichten der Bundesliga vor den Fernseher. Es bleibt abzuwarten, ob sich noch die eine oder andere Ausfahrt in dieser Saison bewerkstelligen lassen wird…

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