22. März 2014: Bucklige Welt – Geschriebenstein

22-03-14 Bucklige Welt - Geschriebenstein

Heute galt es das schöne Wetter vor dem angekündigten Temperatursturz am Sonntag noch zu genießen und den Nachmittag für eine Ausfahrt zu nutzen. Gegen 14 Uhr 30 machte ich mich auf den Weg Richtung Süden, fuhr auf der A2 nach Wiener Neustadt und von dort nach Lanzenkirchen ins Rosaliengebirge und weiter in die Bucklige Welt. Zum ersten Mal seit dem Verkauf meiner Alten Tante Trophy for einem Jahr vermisste ich sie intensiv, denn die heftigen Windböen aus unterschiedlichen Richtungen, die mich ordentlich durchschüttelten und welche die NC mit Leichtigkeit ein paar Meter versetzten, machten mir zu schaffen. Die Trophy hatte immerhin 100 Kilogramm mehr Gewicht, einen nahezu perfekten Fahrerschutz auch für Biker meiner Größe sowie doppelt soviele PS. Aber da sie auch mehr als doppelt soviel Sprit verbrauchte, war sie bei immer höher werdenden Spritpreisen, Steuern und Wartungskosten, die bei einer alternden Maschine naturgemäß anfallen, für meine Geldbörse leider nicht mehr zu stemmen, was eine Trennung mit Herzschmerz bedeutete.

Die Strecke zwischen Lanzenkirchen und dem Ende des Nestlwalds bei der Abzweigung nach Forchtenstein war ich erst vor einigen Tagen in umgekehrter Richtung gefahren. Die Kurven hatten mir sehr zugesagt, und so wollte ich sie erneut unter die Räder nehmen. An der besagten Kreuzung hielt ich kurz an, um ein paar Fotos dieser hügeligen Landschaft zu machen.

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Über Hochwolkersdorf führte die Route nach Wiesmath, entlang der Strecke, die ich erstmalig mit Joe, Ferdinand und Martin vor zwei Jahren gefahren war. Nach Wiesmath bog ich Richtung Kirchschlag in der Buckligen Welt ab. Das Verkehrsschild „Achtung Kurven“ ließ mein Bikerherz sofort höher schlagen, und ich fuhr die erste Kurve mit Bravour an. Kaum näherte ich mich dem Scheitelpunkt, fiel mein Auge auf die breite Schotterspur, die praktisch den gesamten Kurvenbereich bedeckte. Der Adrenalinschub war gewaltig, aber er bewirkte, dass ich, wenngleich auch mit Mühe und einem eher unwilligen, tanzenden Hinterrad, die Kurve einigermaßen überstand. Die intensive Warnung kam zum richtigen Zeitpunkt und bewirkte, dass ich von da an die NC mit deutlich größerem Respekt vor den möglichen Hinterlassenschaften des Winters vorwärtsbewegte.

In Kirchschlag thronte die große Burgruine, die in ihrer langen Geschichte so häufig umkämpft worden war, auf ihrem Felsen über der Stadt und schien den heranziehenden Frühling mit stoischer Ruhe zu erwarten.

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Von Kirchschlag aus führte die Route durch den Gerisdorfer Wald nach Bernstein im Burgenland, der Stadt des Edelserpentins. Kurz vor dem Ort befand sich ein Parkplatz in exponierter Höhenlage, von dem aus man einen guten Eindruck der hügeligen Landschaft erhalten konnte.

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In Bernstein machte ich einen kurzen Abstecher zur Burg, dem Geburtsort von László Ede Almásy (*1895-1951). Einer breiteren Öffentlichkeit bekannt wurde er durch den Film „Der englische Patient“, der einiges, wenn auch realtiv wenig, mit seiner tatsächlichen Lebensgeschichte zu tun hat. Mehr zu László Ede Almásy gibt es bei Interesse hier nachzulesen: http://www.burgbernstein.at/Laszlo.html.

Die Burg war nach diversen türkischen Belagerungen zu einer Fluchtburg mit gewaltigem Basteienkranz umgebaut worden. Sie befindet sich nach wie vor im Familienbesitz und ist ein Hotel mit dem Anspruch, die Realitäten einer spätmittelalterlichen Burg für Gäste erlebbar zu machen. Ein kleiner Hinweis sei gestattet: Alexander Almásy, der gegenwärtige Burgherr, ist ein begeisterter Biker, der seine Gäste auch mal persönlich bei Touren begleitet. 

Burg BernsteinSAMSUNG CAMERA PICTURESSAMSUNG CAMERA PICTURES

Das nächste Ziel war Burg Schlaining, in der sich seit einigen Jahren das österreichischen Studienzentrum für Frieden und Konfliktlösung samt dazugehörigem Friedensmuseum befindet. Es hatte dort wohl gerade eine Festivität stattgefunden, denn diverse Damen in weiten Gewändern mit Schärpe und Ordensband sowie eine Art Herold mit großen, aufgesticktem Wappen verließen die Burg zum Zeitpunkt meiner Ankunft. Der ganze Aufzug war absurd anachronistisch, aber das offensichtliche Bedürfnis nach eigener Wichtigkeit und dem Festhalten an elitären, historisierenden Zugehörigkeiten spielt für das Selbstwertgefühl so mancher Mitbürger wohl eine nicht zu unterschätzende Rolle. Aber wer weiß – vielleicht leisten gerade diese Menschen einen besonders wertvollen gesellschaftlichen Beitrag.

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Weiter gings nach Rechnitz zum Geschriebenstein, der wohl beliebtesten Bikerstrecke des Burgenlandes. Trotz guten Wetters kamen mir auf der gesamten Strecke nur drei Motorräder und ein einziges Auto entgegen, ich hatte die herrlichen Kurven für mich alleine! Dabei galt es, dem rechten Handgelenkt die absolut zu beachtende 80 km/h Beschränkung einzuimpfen, denn an Samstagen sind hier ständig Radargeräte im Einsatz, um diverse halbkriminelle Zweiradtiefflieger vor dem Selbstmord zu schützen – und das ist gut so. Die Straßenverwaltung nutzt die Strecke als Testgelände für neue Sturzfänger, von denen einige trotz der jungen Motorradsaison bereits ziemlich ramponiert aussahen. Ich fuhr zwar mit Genuß aber auch entsprechend vorsichtig, denn ich hatte aus naheliegenden Gründen kein Interesse, mich in die Riege dieser verunfallten Kollegen (es sind nun einmal fast ausschließlich männliche Biker) einzureihen – dies auch deshalb, weil letztes Jahr ein mit den Örtlichkeiten vertrauter Groopsfahrer trocken zur Strecke über den Geschriebenstein gemeint hatte: „Jeden Monat ein Toter.“

Da die Bäume noch nicht belaubt waren, konnte man bei der Abfahrt vom Geschriebenstein einen nahezu vogelperspektivischen Blick auf die Burg Lockenhaus werfen.

Lockenhaus

Auf einen Besuch der Burg verzichtete ich, da ich im letzten Jahr bereits mehrfach dort gewesen war.

Mein ursprünglicher Plan hatte vorgesehen von Lockenhaus über Hortischon nach Ungarn zu fahren, dann bei Sopron auf die versteckte Straße nach St. Margareten im Burgenland einzuschwenken und den Neusiedler See entlang nach Donnerskirchen zu rollen, weiters das Leithagebirge diesmal in entgegengesetzter Richtung als vor einer Woche zu queren und über Hof zurück nach Wien zu fahren. Da es aber bereits  auf 17 Uhr zuging und ich noch eine beachtliche Strecke vor mir hatte, die ich, wenn möglich, bei Tageslicht zurücklegen wollte, beschloss ich, die Tour abzukürzen und über die Burgenlandschnellstraße, die A3 und anschließend die A2 nach Wien zurückzufahren. Zum Glück hatten die Windböen nachgelassen, und so kam ich zügig und relativ entspannt voran. Nach dem obligatorischen Stau auf der Triesterstraße erreichte ich nach vier Stunden Dauerfahrt und knappen 290 Kilometern gegen 18 Uhr 30 mein Ziel.

22-03-14 Bucklige Welt - Geschriebenstein Höhenprofil

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13. März 2014: Leitha- und Rosaliengebirge

Tour

Ein ganztägiger dienstlicher Außentermin bot mir die Gelegenheit, heute früh Richtung Götzendorf zu fahren und nach Beendigung der Tätigkeit gegen 16 Uhr noch eine kleine Runde auf meiner NC zu drehen. Zuerst querte ich das Leithagebirge auf der schönen und kurvigen Strecke zwischen Hof und Donnerskirchen, bevor ich über Oggau nach Rust zum Strandbad fuhr. Erstmalig konnte ich einen Neusiedler See bewundern, der praktisch frei von Booten war – ein wahrlich seltener Anblick! Die NC verlor sich auf dem leeren Parkplatz in der Abendsonne, deren mildes Licht lange Schatten warf und ein Gefühl von Frieden und Stille vermittelte. Das Schilf des Vorjahres stand hoch neben der Straße und verbarg die kleinen Bootshäuser, die verstreut im breiten Schilfgürtel lagen.   BildBildBild

Nach kurzem Aufenthalt setzte ich die NC wieder in Bewegung und rollte am Römersteinbruch bei St. Margarethen vorbei in den Ort, wo ein notwendiger Tankstopp anstand. Über die Burgenland Schnellstraße ging es weiter an Mattersburg vorbei nach Forchtenstein, da ich gerne die Kurven zur Burg hochfahren und danach etwas Zeit im Rosaliengebirge verbringen wollte, bevor es für diese schöne Waldstrecke zu dunkel wurde. Im Ort selbst fand sich noch so manche Schotterspur auf der Fahrbahn, sodass ich mich kurzfristig mit dem Gedanken trug, die Fahrt abzubrechen und stattdessen über die Schnellstraße und die A3 zurück nach Wien zu fahren. Wie sich zum Glück rasch herausstellte, war dies nur ein lokal begrenztes Problem im Ort selbst, denn danach war auf der restlichen Strecke von Schotter nichts mehr zu sehen.

Die Burg trohnt mit ihren gewaltigen Befestigungsanlagen majestätisch auf ihrem Felsen, und es ist jedesmal beeindruckend sich ihr zu nähern.BildBild

Unmittelbar nach der Burg Forchtenstein führte die kurvenreiche Straße durch das Rosaliengebirge mit seinen kleinen Orten, die in einer abwechslungsreichen Landschaft bestehend aus herrlichem, alten Mischwald samt ihn durchsetzenden kleinen Feldern liegen. Mittlerweile war es 17 Uhr 30 geworden, und die untergehende Sonne bewog mich, bei Wiener Neustadt zurück auf die Südautobahn zu fahren, um vor Einbruch der Dunkelheit nach Wien zu gelangen. Dichter, zähfließender Verkehr vom Altmannsdorfer Ast über die Triester Straße und den Gürtel bedingten einen zusätzlichen Zeitaufwand von 40 Minuten, sodass ich erst gegen 18 Uhr 50 nach insgesamt 190 Tageskilometern zu Hause ankam.

9. März 2014: Spritztour zum Neusiedler See

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Nach einem Kurzbesuch bei den Eltern bis 17 Uhr war es noch hell genug, um eine Spritztour zum Neusiedler See ins Auge zu fassen. Über die A4 fuhr ich zügig bis Neusiedl, dann über die B50 am Leithagebirge entlang, von wo aus ich einerseits einen schönen Blick auf den eher diesigen Neusiedler See werfen konnte und andererseits einen feuerroten Sonnenball hinter dem Gebirgskamm verschwinden sah. Kaum war die Sonne untergegangen, wurde es deutlich kühler, und die Lederjeans, in die ich der Einfachheit halber geschlüpft war, bot praktisch keinen Kälteschutz. Bei Eisenstadt bog ich auf die Burgenland Schnellstraße und danach auf die A3 Richtung Wien ab. Es machte trotz kühler Temperatur und sonntäglichem Rückreiseverkehr große Freude, die NC nicht zu schonen. Auf der A2 meldeten die elektronischen Anzeigen, dass sich bei Mödling ein Unfall ereignet hätte, und vier LKWs der niederösterreichischen Feuerwehr bahnten sich laut heulend mit Blaulicht ihren Weg durch die Rettungsgasse, gefolgt von einem Polizeifahrzeug. Ich nahm bei einem derartigen Aufmarsch schon das Schlimmste an und stellte mich darauf ein, dass in Kürze ein Rettungshubschrauber landen würde, aber als ich an der Unfallstelle vorbeirollte, galt der ganze Aufwand einem Auffahrunfall dreier PKWs, der übersichtliche Blechschäden zur Folge hatte. Die Triester Straße war wie immer um diese Zeit verstopft, und es dauerte gute 20 Minuten, um auf den Gürtel zu gelangen. Gegen 18 Uhr 50 und knappen 150 Kilometern war ich wieder zu Hause angekommen.

8. März 2014: Burg Kreuzenstein – Laa an der Thaya

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Nachdem ich Ende Dezember beim Versuch erstmalig die Burg Kreuzenstein in der Nähe von Wien zu besuchen auf der Wiener Außenringschnellstraße gelandet war, wolle ich heute gegen 15 Uhr 30 bei bestem Bikerwetter die Gelegenheit erneut wahrnehmen und mir die gewaltigen Burgmauern aus der Nähe ansehen. Diesmal hatte ich mein bewährtes Navi bei mir, welches mich auch ohne Probleme zum Parkplatz am Fuße der Anlage leitete.

Eine Tafel zeigt die Ausmaße der Festung, die im Jahre 1645 von den Schweden besetzt und bei deren Rückzug so wie viele andere Burgen der Gegend in die Luft gesprengt wurde. Erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts wurde sie auf den noch bestehenden Mauerresten wieder aufgebaut und mit der umfangreichen Kunst- und Waffensammlung des Besitzers ausgestattet. Hier eine Luftaufnahme der gesamten Anlage:

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Ein kurzer Weg führt vom Parkplatz zum Burgtor, vor dem sich eine Weinschenke mit Besucherterrasse befindet, von der man einem großartigen Blick ins Donautal und den oberen Wienerwald werfen kann. Der Bergfried der Ruine Greifenstein bei Klosterneuburg ragt  beeindruckend aus dem Wald hoch und man erhält einen guten Eindruck von der strategischen Bedeutung und der notwendigen militärischen Sicherung der Donaupassage im Mittelalter.

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Im tiefen Burggraben befand sich ein nachgebauter Rammbock, der mit Sicherheit nichts gegen die dicken Mauern ausgerichtet hätte.

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Die Burg wird heute unter anderem als Adlerstation genutzt. Als ich mich der Station näherte, ertönte mehrstimmiges, jämmerliches und wolfsähnliches Gejaule, das mir durch Mark und Bein ging. Kurz danach war es vorbei, und ich entdeckte zwei Hundeschnauzen samt dahinterliegenden Augenpaaren, die völlig auf den Boden gepresst versuchten, einen Blick auf den Eindringling in ihr Revier zu erhaschen.

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Nach einem kurzen Besuch bei der Burg fuhr ich weiter Richtung Laa an der Thaya, einer Grenzstadt zu Tschechien, und querte bei einer sich langsam senkenden, immer rötlicher werdenden Sonne den Naturpark Looser Berge mit herrlichen Weitsichten und schönen Motorradkurven. In Laa hielt ich vor dem großen Stadthaus an, das gerade einmal vor 115 Jahren anlässlich des 50. Thronjubiläums Kaiser Franz Josephs errichtet worden war. Lange ist das nicht her, aber was hat sich seither alles verändert!

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Ursprünglich hatte ich mich mit dem Gedanken getragen über Dürnkrut und Jedenspeigen, dem Ort der zweitgrößten Ritterschlacht des Mittelalters (nach Hastings), welche am 26. August 1278 zwischen den Truppen Ottokars von Böhmen und Rudolfs von Habsburg um das Erbe der Babenberger ausgetragen wurde, und weiter entlang der March und der slowakischen Grenze nach Wien zurückzufahren, aber die vorgerückte Zeit erlaubte das leider nicht mehr. Also fuhr ich den gleichen Weg, den ich genommen hatte, zurück und erreichte nach einem Tankstopp an der A22 nach knappen 150 Kilometern gegen 18 Uhr 40 meinen Ausgangspunkt. Da die Straßen bis auf eine einzige Stelle komplett schotterfrei waren, denke ich, dass ich diese Marchfeldtour in Kürze nachholen werde.

2. März 2014: Exelberg und Autobahn

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Um 16:10 fragte Beate ganz unschuldig, ob ich den Rest des schönen Tages nicht nutzen wollte, um noch etwas Motorrad zu fahren. Ich verfolgte gerade die Ereignisse auf der Krim in diversen online Medien und blockierte dabei das offensichtliche Objekt ihrer Begierde – den Familien PC. Eine derartige und bislang nahezu einmalige Steilvorlage konnte ich mir nicht entgehen lassen, und so saß ich knappe zehn Minuten später auf meiner NC und düste Richtung Exelberg. Nach einem Tankstopp in der Jörgerstraße nahm ich die schönen Kurven energisch in Angriff, fuhr anschließend über Königstetten nach Tulln, querte die Donaubrücke und ließ mich auf der S5 Richtung Krems treiben. Zur Abwechslung rollte ich über die S33 nach St. Pölten und von dort über die Westautobahn bis Schönbrunn und die Felberstraße wieder nach Hause, wo ich etwas unterkühlt nach knappen 150 Kilometern gegen 18:30 ankam. 

Die NC ist ein geniales Motorrad: Sie ist agil und wendig, im Sport Modus ist sie spritzig und beschleunigt trotz ihrer lediglich 48 PS ohne Tadel selbst aus niederer Drehzahl heraus, ihr Verbrauch ist gering, auch wenn ich mit 3,8 Litern auf 100 Kilometern bei meinen letzten Touren an der oberen Grenze des Normalverbrauches unterwegs war, in der Stadt rollt sie genügsam im Drive Modus dahin, wobei die Doppelkupplung entpanntes Fahren ohne ständiges Ein- und Auskuppeln mit auf Dauer entsprechend verkrampftem linken Unterarm ermöglicht – von meinen bislang gefahrenen Motorrädern ist sie sicherlich das unkomplizierteste und verlässlichste Bike. Sie macht einfach großen Spaß!

1. März 2014: Ausflug zu den Donauauen

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Bei blauem Himmel und angenehmen Temperaturen um die 15 Grad in der Sonne machte ich mich nach dem Mittagessen auf, um kurz bei meinen Eltern vorbeizuschauen, und danach über die A4 nach Fischamend, weiter über Carnuntum und Bad Deutsch-Altenburg nach Hainburg zu fahren. Die 2,5 Kilometer lange Stadtmauer, die zahlreichen Tore und Türme aus dem Mittelalter und die Ruine der durch die Türken 1683 zerstörten Festung sind auch heute noch sehr beeindruckend. Ich fuhr etwas aus der Stadt hinaus, bis ich die Hochhäuser der Pressburger Vorststadt Petržalka sehen konnte. Wenn man bedenkt, dass praktisch unmittelbar nach Wolfsthal der Eiserne Vorhang Europa 45 Jahre lang brutal getrennt hatte, dann erscheint das Friedensprojekt names Europäische Union in anderem Licht, auch wenn immer heftiger dagegen agitiert wird. Der Frühling macht sich zum Glück bereits deutlich bemerkbar, die schotterfreien Straßen ermöglichten ein flottes Vorankommen, und der Blick von der Donaubrücke aus auf den ruhig dahinfließenden Fluß veranlasste zum tiefen Durchatmen. Es wird nicht mehr lange dauern, bis sich gewaltige Wassermassen nach der demnächst einsetzenden Schneeschmelze in den Alpen stromabwärts wälzen werden. 

Ich musste danach einen kurzen Abstecher nach Stopfenreuth machen. Mittlerweile sind es 30 Jahre her, seit ich im Dezember 1984 als Student im 1. Semester die Au mit einigen tausend Gleichgesinnten besetzt hatte, und ich bin dankbar, dass uns dadurch diese wunderbare Landschaft erhalten geblieben ist.

Über Eckartsau, Orth an der Donau, Groß Enzersdorf, Kaisermühlen, die Nordbrücke und Gürtel erreichte ich nach 124 netten Kilometern wieder mein derzeitiges Zuhause. Schön wars!

23. Februar 2014: Auslüften im Wienerwald

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Nachdem ich gestern den bei meinem Ausrutscher Mitte Januar abgebrochenen Fußraster eingebaut und meine Hände und Kleider durch die zahlreichen Lehmspritzer und den feinen Staub, der seit Monaten wegen andauernder Bauarbeiten in der Garage trotz Abdeckplane in alle möglichen und unmöglichen Ritzen meiner NC gedrungen war, ziemlich verschmutzt hatte, und darüber hinaus die Sonne dermaßen einladend von einem blauen Himmel lachte, musste die NC zur gründlichen Reinigung und anschließend zur notwendigen Lufttrocknung ausgeführt werden. Nach einem Schaumbad, einer intensiven Dusche und einer Runde Trockenreiben strahlte sie genauso wie ich, der ich ihren Anblick und die Vorfreude auf die kommende kleine Runde richtig genoss. 

Ich rollte über den Margaretengürtel und die Triester Straße Richtung A2, wo ich aus dem Augenwinkel etliche Biker an einer der beiden BP Tankstellen wahrnahm, die sich mit Gleichgesinnten zum Fachsimpeln eingefunden hatten. Die NC lief absolut rund auf die Allander Autobahn, auf der kein einziges Steinchen Rollsplitt zu finden war. Das galt auch für den Scheitelpunkt der Autobahn bei Hochstraß – ich war echt beeindruckt von der Gründlichkeit der jeweiligen Straßenmeistereien. Die Temperatur war erträglich, die Straße trocken, die bereits sehr tiefstehende Sonne blendete ganz ordentlich, der Motor blubberte fröhlich vor sich hin, es war ein richtig schönes Dahinrollen durch einen beeindruckenden Wienerwald. Über die A1 Rumpelstrecke bei Pressbaum fuhr ich zurück nach Wien und kam nach 80 Kilometern gegen 17:30 Uhr wieder zu Hause an. 

Es wäre schön, wenn das Wetter so bliebe. Allerdings gehe ich davon aus, dass auf den schönen Bikerstrecken ins Alpenvorland der Splitt noch etliche Wochen die Straßen verunzieren wird, was die möglichen Ausfahrten bis April doch ziemlich einschränkt.