29. und 30. Juli 2014: Rückkehr nach Berlin

Wien Berlin Karte

Mein Aufenthalt in Wien ging nach sieben Jahren zu Ende, und die lang erwartete Rückkehr nach Berlin stand endlich an. Da die Möbelpacker schnell gearbeitet hatten, bot sich die Gelegenheit, nach einer Grobreinigung der Wohnung und der Übergabe bereits am 29. Juli die ersten 160 Kilometer der insgesamt 750 Kilometer langen Strecke unter die Räder zu nehmen, einen gemeinsamen Abschiedsabend mit meinen Eltern und meinem Bruder Wolfgang, der zufällig zu Besuch war, im Waldviertel zu verbringen, und am nächsten Tag ohne größere Anstrengungen die knapp 500 verbleibenden Kilometer hinter mich zu bringen. Über die S5 ging es nach Krems und von dort weiter auf der alten Hausstrecke über Zwettl, Jagenbach und Mühlbach nach Bad Großpertholz.

Für den 30. Juli waren ab dem frühen Nachmittag im Großraum Sachsen und Nordwestböhmen Unwetter angesagt, die ich hoffte, durch einen frühen Start gegen 8 Uhr 30 zu umgehen. In Gmünd tankte ich die NC voll und fuhr dann über Schrems und Neunagelberg nach Tschechien. Die mir bekannte Tour nach Prag hoffte ich rasch hinter mich zu bringen, um möglichst vor dem Mittagsstau die Stadt zu passieren, was normalerweise ziemlich stressig ist. Das klappte diesmal auch gut – dem Navi sei Dank. Nach Prag machte ich an einer Tankstelle Pause, unterhielt mich ein wenig mit einem ungarischen Handwerker über meine NC und ging dann den Rest der Strecke an. Die Autobahn bis kurz vor dem Erzgebirge erlaubte ein rasches Vorankommen. Laut Tankanzeige war noch Sprit für gute 80 Kilometer vorhanden, und da ich keine Kronen bei mir hatte, galt es Sachsen zu erreichen. Das Wetter wurde nun zunehmend unbeständiger. Es kamen erste Schauer herunter, die mich veranlassten, zwei Mal anzuhalten und die Regenkluft auszupacken, um es mir dann jedes Mal anders zu überlegen, da die Regenfälle nur von kurzer Dauer waren. An der zweiten Ausfahrt in Sachsen fuhr ich ab in der Hoffnung, zeitnah eine Tankstelle zu finden. Dem war aber nicht so, und so kurvte ich auf engen Nebenstraßen durch eine hügelige, von Bächen durchzogenen, sehr schöne Landschaft, bis sich schließlich eine Tankstelle in der nächsten größeren Stadt fand. Vor einigen Monaten hatte ich eine Dreitageskleeblatttour durch das Erzgebirge, das Elbtal und die Naturparks in Nordböhmen mit Zentrum Dresden ausgearbeitet, die ich am nächsten langen Wochenende unter die Räder nehmen möchte. Um Sachsen zu erleben braucht es etwas Zeit! 

Mittlerweise war es drückend schwül geworden und die heranziehende schwarze Wolkenwand verhieß nichts Gutes. Dennoch brachte ich die 200 Kilometer von Dresden in die Hauptstadt ohne Platzregen hinter mich und schaffte es, den Berliner Bären an der Autobahn kurz vor 15 Uhr herzlich  zu begrüßen. Der Duft der Kiefernwälder der märkischen Streusandbüchse links und rechts der A13 hatte mich schon längere Zeit begleitet und erstes Heimatfeeling hervorgerufen. Olfaktorische Eindrücke bleiben am intensivsten in Erinnerung, und für mich war das Auftreten dieses charakteristischen Geruches gleichbedeutend mit der Gewissheit, endlich wieder nach Hause zu kommen. 

Um etwa 15 Uhr 30 erreichte ich schließlich meine Wohnung an. Zurück in Berlin! Jetzt heißt es mal die Übergabe der Mieter abzunehmen und dann morgen die Lieferung meiner Möbel aus Wien zu erwarten. Anschließend gibt es viel generellen Administrativkram zu erledigen, wie z.B. die NC zum TÜV bringen und ummelden; es wird daher wohl noch einige Zeit dauern, bis ich Berlin und dem Umland meine Aufwartung machen kann.

Wien - Berlin Höhenprofil

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