21. Mai 2014: Ausflug zu den Kleinen Karpaten

21-05-14 Kleine Karpaten

Auf der Suche nach kurvenreichen Landstraßen im Umkreis von 200 Kilometern von Wien ausgehend stieß ich auf eine nette Strecke in den Kleinen Karparten in der Slowakei. Diese hügelige Gegend in Grenznähe hatte ich bislang noch nicht auf dem Schirm gehabt, und so informierte ich mich erst einmal, was es denn da für Sehenswürdigkeiten gäbe, die man bei einer Tour besuchen könnte. Was ich dabei „entdeckte“, überraschte mich positiv, und so stellte ich mir eine größere Tour zusammen, von der ich heute einen ersten Teil abfuhr.

Los ging es in Wien gegen 11 Uhr. Ich folgte der A23 Richtung Gänserndorf und bog dann Richtung Angern an der March ab. Dort wartete ich ein paar Minuten auf die Fähre, die sich gerade am slowakischen Ufer befand, und kramte schon mal die 2 Euro Münze hervor, die mich die Überfahrt kosten würde.

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Die March lag friedlich im Sonnenschein, und man mochte sich nicht vorstellen, welche Urgewalt in diesem kleinen Fluss schlummert, die diese großflächigen Überschwemmungen im Jahr 2006 ausgelöst hat.

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Die Überfahrt dauerte nur ein paar Minuten, ich fuhr von der Fähre herunter und passierte gleich darauf den ehemaligen Grenzposten des Nachbarlandes. Es ist für mich jedesmal ergreifend, diese mittlerweile stillgelegten Anlagen zu sehen, denn ich erinnere mich nur zu gut an die Zeit des Kalten Krieges, wo Wachtürme, Grenzzäune mit Selbstschussanlagen und grimmig auftretende Soldaten samt ihren Kalashnikovs den Klassenfeind von einem Einmarsch in die realsozialistische Heimat abzuschrecken versuchten. Bin ich froh, dass dieser Spuk zumindest in Mitteleuropa vorbei ist!

Die Straßen waren in gutem Zustand, und es herrschte kaum Verkehr. Ich folgte der Landstraße nach Malacky und erreichte bei Pernek den Fuß der Kleinen Karpaten, die sich schon beim Näherkommen als exponierte, dicht bewaldete Hügelkette erwiesen, die doch recht interessant aus der Ebene emporragte. Die zahlreichen Kurven der nun folgende Strecke waren nett zu fahren. Sie führte durch einen zusammenhängenden Buchenwald und scheint wohl so ziemlich die einzige spannende Bikerstrecke im größeren Umkreis zu sein, denn etliche Zweiradfahrer kamen mir trotz des Wochentags auf den paar Kilometern entgegen. Es herrscht eine Geschwindigkeitsbeschränkung von 70 Kilometern pro Stunde, aber da die Kurvenabfolge recht knapp ist, kommt man damit schon klar.

Ich hatte vor, der Burg Červený Kameň (Bibersburg bzw. Burg Rotenstein) bei Častá einen Besuch abzustatten, die die Fugger im 16. Jahrhundert zu einer Renaissancefestung und einem Handelsumschlagplatz für ihr Ostgeschäft umgebaut hatten. Die vier gewaltigen Basteien wurden nach einem Entwurf von Albrecht Dürer gestaltet. Von 1583-1945 war die Burg im Besitz der Familie Pálffy, heute ist sie Teil des Slowakischen Nationalmuseums.

Die Anlage ist recht beeindruckend, wie auf dem im Internet gefundenen Foto deutlich wird.

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Ich parkte die NC und machte mich auf den Weg zur Festung, wobei ich an diversen vorgelagerten Gebäuden und einem gefälligen Garten vorbeischlenderte.

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Der gepflasterte Innenhof mit einer zum Verweilen einladenden Schänke und einer kleinen Grünfläche, die von einem Brunnen mit dem Wappentier der Pálffy überragt wird, waren recht ansprechend.

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Etwas außerhalb der Festung stand ein wohl jahrhundertealter und vom Zahn der Zeit sichtlich in Mitleidenschaft gezogener, einsamer Wächter.

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Mehr als einen kurzen Blick auf die Festung zu werfen, war leider zeitmäßig nicht möglich, denn ich hatte noch einen Termin in Wien um 16 Uhr wahrzunehmen. Auf kürzestem Weg über die Landstraße und danach die Autobahn nach Bratislava, dem Grenzübergang Kittsee und die A4 am Flughafen Schwechat vorbei ging es nach Hause. Die Gesamtstrecke betrug knappe 250 Kilometer, ich war vier Stunden unterwegs gewesen. Da es in den Kleinen Karpaten noch einiges zu erkunden gibt, werde ich der Gegend vielleicht noch einen Besuch abstatten, bevor es Ende Juli zurück nach Berlin geht.

21-05-14 Kleine Karpaten Höhenprofil

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