20. April 2014: Osterfest in Senftenberg

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Marion und Dieter hatten meine Eltern und mich zu einem gemeinsamen Mittagessen bei sich zu Hause eingeladen, was ich sehr gerne annahm. Über die A22 und die S5 ging es am späten Vormittag zügig nach Krems und dann weiter nach Senftenberg. Nach einem ausgezeichneten Mahl und netten Gesprächen machte ich mich gegen 17 Uhr bei gutem Wetter auf, das Kremstal und die Gföhler Kurven zu genießen. In Gföhl tankte ich, um danach der Kremser Bundesstraße zur Donaubrücke und der S33 bis Traismauer Süd zu folgen. Hier fuhr ich ab und querte das Tullner Becken, wobei ich Atzenbrugg, Einsiedel, Judenau, Chorherrn und Tulbing passierte. In Königstetten bog ich Richtung Dopplerhütte und Exelberg ab und schwang mich bei wenig Verkehr die schönen Kurven entlang nach Scheiblingstein und weiter die Kehren abwärts zum Schwarzenbergpark nach Hernals. Gegen 18 Uhr 30 war ich nach knappen 200 Tageskilometern wieder zu Hause.

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19. April 2014: Ausfahrt am Karsamstag

19-04-14 Ostersamstagtour

Die letzten Tage über hatte ich mir für die Osterfeiertage einige netten Touren ausgearbeitet, von denen ich hoffte, wenigstens eine längere fahren zu können. Die Vorhersage meldete für heute eher durchwachsenes Wetter, da eine Schlechtwetterfront von Ungarn kommend mein anvisiertes Tourgebiet spätestens am Nachmittag mit heftigen Schauern durchziehen würde. Nach einigem Zögern und nachdem der Morgendunst von einem lachenden Sonne vertrieben worden war, packte ich schließlich meine Revit Klamotten, in die nach Schottland eine neue Regenmembran eingezogen worden war, da die alte sich als nicht wasserdicht erwiesen hatte – mein Dank geht an Louis, die die Reklamation anstandslos und umgehend bearbeitet hatten – und machte mich gegen 11 Uhr auf den Weg Richtung Süden. Ich wollte neben einigen neuen Abschnitten auch diverse erprobte und für sehr gut befundene Bikerstrecken abfahren und dabei Erinnerungsfotos schießen, die mir die kommenden Flachlandfahrten im Osten der Republik etwas erträglicher machen sollen.

Über die A2 und die Allander Autobahn ging es zuerst zum Stift Heiligenkreuz, wo noch andere den Tag zu einem Ausritt nutzen.

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Ich hatte unmittelbar nach dem Torbogen der Zufahrt am rechten Rand gehalten. Während ich noch an meiner Jacke herumfummelte, um den Fotoapparat wieder zu verstauen, fiel mein Blick in den Rückspiegel, und alles was ich sehen konnte, waren ein großer Scheinwefer und der untere Teil eines Busfensters etwa einen Meter hinter meiner NC. Der Fahrer musste wohl einen guten Tag erwischt haben, denn er hupte nicht – der Schreck hätte mich wahrscheinlich vom Sattel gefegt!

Kurz nach Heiligenkreuz bog ich auf die Strecke Mayerling – Neuhaus ab. Auf dieser netten Nebenstraße gibt es kaum Verkehr, einige schöne Kurven und viel Landschaft zu bewundern.

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In Pottenstein ging es auf den Hals nach Pernitz. Ich genieße diese 13 Kilometer lange, einsame und hügelige Strecke durch den Wald, auf der ich meine NC so richtig tanzen lassen kann.

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Die Burgruine Gutenstein überblickt seit mehr als 800 Jahren den gleichnamigen Ort, der ein bekannter Wallfahrtsort ist und sich bereits im Biedermeier einen Namen als Sommerfrische gemacht hatte. Ferdinand Raimund verbrachte hier regelmäßig die Sommermonate, bevor er sich schließlich eine Villa zulegte. Die Ruine ist leider aus Sicherheitsgründen nicht öffentlich zugänglich, ihr markanter Bergfried ist aber nach wie vor beeindruckend.

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Der Rohrer Sattel ist wegen seiner durchgehenden 70-er Beschränkung für mich uninteressant, und so fuhr ich über das Klostertal ins Höllental. Hier ein Blick nach Nordwesten ins Voralpengebiet.

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Im Höllental angekommen, folgte ich den herrlichen Kurven entlang der Schwarza, die diese beeindruckende Schlucht durchfließt. Da es sich um ein beliebtes Kletter- und Wandergebiet handelt, kann es vorkommen, dass Steine und Geröll auf die Straße herabstürzen – Vorsicht ist deshalb (abgesehen von den regelmäßig auftretenden Zweiradtieffliegern auf Höllentrip) generell angesagt. Dies sollte jedoch die Freude über eine traumhafte Bikerstrecke nicht schmälern.

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Kurz nach der Talstation der Raxseilbahn bog ich nach Edlach ab, um wieder einmal das Preiner Gscheid in Angriff zu nehmen. Anfangs führt die Strecke noch durch kleinere Dörfer, die sich als Höhenluftkurorte einen Namen gemacht haben, danach wird die Straße eng und sehr kurvig. Der Belag lässt zu wünschen übrig, aber die stellenweise großartige Aussicht auf das Raxmassiv entschädigt dafür. Am Pass verläuft die Landesgrenze zwischen Niederösterreich und der Steiermark, dem ‚grünen Herz Österreichs‘ wie die offizielle Werbebotschaft lautet. Da es auf 13 Uhr 15 zuging und mein Magen sich bemerkbar machte, beschloss ich eine kurze Rast auf dem Parkplatz einzuschieben, eine Kleinigkeit zu mir zu nehmen und anschließend einige Fotos zu machen. In der Nähe befindet sich eine Marienstatue aus den 1650-ern, die den Kamm des uralten Handelswegs markiert.

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Die Abfahrt von Preiner Gescheid erfolgt im Gegensatz zum niederöster-reichischen Teilstück auf einer sehr gut ausgebauten, zweispurigen Straße, die nach einiger Zeit auf die Lahnsattelbundestraße trifft. Hier entschied ich mich nicht nach rechts Richtung Gußwerk und in der Folge entweder in die Wildalpen oder nach Mariazell abzubiegen, sondern ich fuhr nach links Richtung Mürzzuschlag entlang der ruhig in der Sonne glitzernde Mürz. Dort lotste mich das Navi auf die S6 bis nach Krieglach und danach auf die Weizer Bundesstraße, die in Peter Roseggers Waldheimat führt.

Seit meiner Schulzeit war ich nicht mehr in dieser Gegend gewesen, und so fuhr ich die kleine Nebenstraße Richtung Alpl ab, um nochmals eine Dosis Erinnerung zu tanken. An der Volksschule Roseggers vorbei, führte die enge Straße zur Abzweigung zum Bergbauernhof des Schriftstellers. Zwei Wege, beide gleich lang, waren angezeigt. Ich glaube, dass die Wahl bei den klaren Hinweisen für die meisten von uns nicht allzu schwierig sein wird!

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Da ich  nicht gewillt war in meinen Bikerstiefeln weder auf der einen noch der anderen Route die beinahe zwei Kilometer zum Bauernhof hochzusteigen, kehrte ich zur Bundesstraße zurück und machte mich auf den Weg nach St. Kathrein am Hauenstein. Ein Blick zurück offenbarte die Mühen, die der kleine Peter Rosegger täglich bei jeglichem Wetter auf sich nehmen musste, um in die Schule zu gelangen. Seine Erzählungen greifen diese Erfahrungen teil humoristisch, teils wehmütig immer wieder auf.

Roseggers HausSAMSUNG CAMERA PICTURES

Die Weizer Bundesstraße führt von Alpl aus relativ steil bergab, und den Warnschildern in verschiedenen Sprachen nach zu schließen, dürfte dies von manchem Fahrer wohl immer wieder unterschätzt werden. St. Kathrein ist ein netter kleiner Ort, der sich eng an die steil aufragenden Hänge schmiegt. Ich folgte der schönen Strecke entlang der Feistritz nach Ratten, Filzmoos und Rettenegg, da ich diesmal über den Feistritzsattel nach Gloggnitz zurückfahren wollte. Der Pfaffensattel hatte mich vor kurzem begeistert, nun wurde die alternative Route getestet. Um es kurz zu machen: Ich war einigermaßen enttäuscht. Die Straße ist zweispurig ausgebaut, wenn auch der Belag ziemlich zu wünschen übrig lässt; sie ist gut befahren, es gibt einige Kehren, aber sonst stellt sie keine Herausforderung für einen Biker dar. Da waren sowohl der vorhin erwähnte Pfaffensattel als auch die Strecke über Kirchberg am Wechsel deutlich interessanter.

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Die Abfahrt vom Feistritzsattel verlief ebenfalls unspektakulär, einzig die gut erhaltene Burg Wartenstein, deren Gründung ins 12. Jahrundert zurückgeht, ist auf diesem Streckenabschnitt als bemerkenswert hervorzuheben.

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In Gloggnitz angekommen, überzeugte mich ein kurzer Blick auf die Uhr, dass es um 15 Uhr 30 noch viel zu früh war, um direkt auf der S6 nach Wien zurückzufahren. Es wäre schade gewesen, den Sonnenschein nicht auszunutzen, denn von der angekündigten Schlechtwetterfront war weit und breit nichts zu sehen. Also machte ich mich auf den Weg nach Prigglitz, das ich über enge, einspurige Nebenstraßen erreichte. Der Blick ins hügelige Wechselgebiet war herrlich und ließ das Bikerherz höherschlagen.

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Weiter ging es über Gasteil und Bürg auf der bereits mehrfach erprobten extrem engen Ambach Route Richtung Sieding-Stixenstein. Die Burg Stixenstein, ebenfalls aus dem 12. Jahrhundert, liegt grandios auf einer dicht bewaldeten Höhe über dem Sierningbach, an dem sich die Straße nach Puchberg am Schneeberg entlangschlängelt.

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Kurz nach Puchberg folgte ich der Straße nach Miesenbach, die einige schöne Kehren aufzuweisen hat. An der Gutensteiner Straße angekommen, hatte ich die Möglichkeit über Hernstein und Bad Vöslau wieder zurück nach Wien zu fahren, aber es stand noch immer Zeit zur Verfügung, die es zu nutzen galt. Also fuhr ich zurück nach Gutenstein und nahm eine meiner weiteren Lieblingsstrecken in dieser Gegend, die Haselrast, unter die Räder. Der Felsdurchbruch am Fuße der Ruine ist immer wieder beeindruckend.

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Nach den wenigen Häusern in Steinapiesting windet sich die enge, einspurige, aus dem Berg geschlagene und größtenteils ungesicherte Straße zum Kamm hoch. Vorsicht ist angesagt, denn es praktisch kein Platz vorhanden, um Gegenverkehr passieren zu lassen. Landschaftlich gesehen ist sie für mich ein wahres Gustostück!

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Es ging mittlerweile auf 16 Uhr 30 zu, und an der Kalten Kuchl war nur mehr wenig Betrieb. Ich nutzte den Zwischenstopp vor der Querung des Ochssattels, um die Reste des großen Insekts, das direkt vor meinem linken Auge großflächig Kontakt mit dem zum Glück geschlossenen Helmvisier hatte, zu entfernen. Den schönen Blick vom Parkplatz vor der Kalten Kuchl zurück ins Schneeberggebiet musste ich einfach festhalten.

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Ein Vorteil der etwas vorgerückten Zeit war es, dass nur mehr wenige Biker auf der, wie ein Zweiradkollege einst trocken bemerkte, „Hausrennstrecke der Wiener Beamtenschaft“ unterwegs waren. Dennoch kam mir ein Dreiertrupp Rennfahrer in extremer Schieflage mit heulenden Motoren entgegen, und ich war froh, die entsprechende Kurve im Sinne der gestern beim Fahrsicherheitstraining erhaltenen Empfehlungen sehr eng gefahren zu sein. Ich kann nicht sagen, was mich mehr ankotzt – die präpotente Selbstüberschätzung einiger ‚Ach-ich-bin-so-geil‘ Biker, oder die eklatante Mißachtung und Gefährung anderer Verkehrsteilnehmer durch rücksichtsloses Fahrverhalten. Zum Glück handelt es sich um eine kleine Minderheit der Biker…

Zurück zum Ochssattel, für den ich einige Bilder sprechen lassen möchte:

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Da kommt Freude auf! Ich empfehle, den Ochssattel an einem Wochentag zu genießen, denn an Wochenenden ist dort aus naheliegenden Gründen die Hölle los.

Über die schöne und ebenfalls kurvige Strecke nach Hohenberg – die letzten drei Bilder zeigen sie – fuhr ich weiter nach Lilienfeld, wo ich das Stift fotografierte. Es liegt direkt an einem Fischteich und in unmittelbarer Nähe der Traisen, was durch den hohen Grundwasserspiegel zu sehr feuchten Außenwänden führt, wie man gut sehen kann. Ich konnte mir nicht vorstellen, dass diese Räume zu nutzen sind, aber wie ich mittlerweile erfahren habe, befindet sich dort das Stiftsgymnasium. Ich hoffe, dass regelmäßig die Belastung durch Schimmelsporen geprüft wird, denn gesund kann es nicht sein, dort jahrelang die Schulbank zu drücken.

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Über St. Veit an der Gölsen fuhr ich zurück nach Hainfeld, wo mich urplötzlich ein überaus heftiger Regenschauer erfasste. Die gesamte Strecke war nichts von der angekündigten Schlechtwetterfront zu sehen gewesen und gerade 60 Kilometer vor dem Ziel erwischte es mich nun doch – und das voll. Rasch kramte ich meine Überziehhandschuhe hervor, denn die Erfahrung auf der Applecross Peninsula in Schottland hatte mich bewogen, nichts auf sogenannte wasserdichte Handschuhe zu geben. Und eiskalte Hände in klatschnassen Handschuhen sind ziemlich übel! Nun konnte ich ja testen, ob die neue Membran in meinem Anzug das hielt, was der Hersteller versprach. Die Gummihandschuhe spannten zwar über den Karbonschalen meiner Handschuhe, aber das war zu ertragen. Um es kurz zu machen, der Anzug hielt diesmal alles Wasser ab. Der Guß währte nicht lange, nach etwa zehn Minuten war er wieder vorbei. Allerdings hatte es deutlich abgekühlt, und ich stellte meine Griffwärmer an, über deren Einbau ich bei solchem Wetter jedesmal höchst erfreut bin. Die Strecke Klamm – Innermanzing brachte ich rasch hinter mich, wobei das sonst übliche Tänzchen der NC wegen rutschiger Fahrbahn deutlich verhaltener ausfiel als sonst. Auf der A1 bei Pressbaum kam der nächste Schauer herunter, aber das kratzte mich nicht. Um 18 Uhr 45 erreichte ich nach 390 Kilometern schöner Kurvenfahrten wohlbehalten mein Zuhause und konnte noch den Großteil der ARD Sportschau verfolgen, die für mich einen Fixpunkt der Woche darstellt.

19-04-14 Ostersamstagtour Höhenprofil

18. April 2014: Motorrad Aktiv Training am Wachauring in Melk

SAMSUNG CAMERA PICTURESNach den bisherigen 7000 Kilometern auf meiner eigenen und weiteren 2000 auf einer gemieteten NC dachte ich mir, dass ein Brems- und Gefahrentraining im Fahrtechnikzentrum des ÖAMTC in Melk mal interessant wäre. Also buchte ich einen Kurs und fuhr heute früh bei recht frischen Temperaturen auf der A1 nach Melk zum Wachauring. Folgendes stand auf dem Programm: http://www.oeamtc.at/?id=2500%2C1125328%2C%2Cund

Neun Biker – allesamt beginnende graue Wölfe – vom Wiedereinsteiger zum Vespa- und Harleyfahrer wurden von Uli von 9 bis 15 Uhr 30 auf der Rennstrecke samt angeschlossenem Kreis- und Kurvenbereich trainiert. Ich wollte meine Kurventechnik verbessern sowie vor kundigem Auge das bestmögliche Zusammenspiel der Bremsen der NC testen. Uli war sichtlich von der Effektivität des Bremssystems überrascht, und mich beruhigt es zu wissen, dass ich mich jederzeit darauf verlassen kann. Aber etwas anderes war von Honda auch nicht zu erwarten.

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