25. September 2013: Niederalpl – Wildalpen – Gesäuse

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Der Wetterbericht für die Woche meldete, dass der 25. September für einige Zeit der letzte warme und sonnige Tag sein würde. Da ich etliche Überstunden angesammelt hatte, nahm ich mir Zeitausgleich, um die Gesäusetour vom 7. September zu Ende zu fahren. In der Gruppe war es damals zu langsam vorangegangen, und ich hatte mir vorgenommen, zumindest einmal in dieser Saison die 500 Kilometer in einem Stück hinter mich zu bringen und dabei einige Fotos zu machen, die mir helfen sollen, die langen Wintermonate ohne Motorrad erträglicher zu gestalten. In der Früh speicherte ich rasch die Tourdaten auf mein Navi, und machte mich um 8:30 Uhr auf den Weg über Gürtel, Triesterstraße, A2 und Allander Autobahn nach Heiligenkreuz. Auf der Strecke Mayerling – Pottenstein schlug mein Navi eine etwas abenteuerliche Routenführung über Großau vor, die etliche Kilometer länger war als die direkte Route. Ich hatte erwartet, dass auf den Nebenstraßen wenig Verkehr wäre, aber bereits auf dem Hals erwies sich das als Irrtum, da etliche Lastwagen unterwegs waren, die man aufgrund der kurvigen Straßenführung praktisch nicht überholen konnte. So zog sich das sonst so schöne Stück Landstraße ziemlich dahin und versetzte der Laune einen empfindlichen Dämpfer. In Gutenstein bog ich Richtung Haselrast ab, da ich Fotos von der beeindruckenden Schlucht gleich hinter dem Ort machen wollte.

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Der Hochnebel lichtete sich im Klostertal, und die Sonne begann die Landschaft in warmes Licht zu tauchen. Das Höllental war sehr angenehm zu fahren, ebenso wie das Preiner Gscheid, von dem man aus einen großartigen Blick auf die Rax werfen konnte.

SAMSUNG CAMERA PICTURESErstaunlicherweise waren etliche Motorradfahrer unterwegs, die wohl die gleiche Idee gehabt hatten wie ich. Auf steirischem Gebiet waren die Straßen gut ausgebaut, und ich kam zügig auf der Lahnsattel Bundesstraße voran nach Mürzsteg. Die Mürz glitzerte zu Füßen der weißen Kalkfelsen in der Sonne, der Verkehr war kaum erwähnenswert, es wurde langsam wärmer, und ich begann, die Tour richtig zu genießen.

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Beim Niederalpl machte ich eine erste kurze Pause. Der Schilift war zwar noch nicht in Betrieb, aber bis zur Eröffnung wird es wohl nicht mehr allzulange dauern, da der Paß auf 1220 Metern Seehöhe liegt.

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Bei Gußwerk bog ich ins Salzatal Richtung Wildalpen. Die Landschaft wurde jetzt spektakulär. Ich war die Strecke zwar beim letzen Mal gefahren, hatte dabei aber den Blick mehr auf den Rückspiegel gerichtet, um meine Mitfahrer nicht zu verlieren. Diesmal konnte ich mich auf die Kurven konzentrieren, hielt mich aber tempomäßig zurück, um die Aussicht zu genießen.

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In der Nähe des Ortes Wildalpen stand ein Fischer ruhig und in beschaulicher Erwartung beißender Fische bis zu den Oberschenkeln im kalten Wasser. Daraus wurde aber nichts, denn es nahte Unerwartetes…

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Bereits nach dem zweiten Schlauchboot, das mit heftigen Paddelschlägen seinen Fischgrund aufwühlte, packte er sichtlich entnervt die Angel weg und wartete, bis die johlende Flottille Jugendlicher an ihm vorübergezogen war. Ob sich danach noch ein Fisch zeigte, wage ich zu bezweifeln.

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Nach dem Abschnitt Wildalpen öffnete sich bei Palfau das Tal und gab liebliche Aussichten frei. Im Hintergrund konnte man den Eingang zum Gesäuse erkennen.

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An dieser Stelle hatten wir letztes Mal die Tour abgebrochen, um über Lunz am See und Wieselburg und die A1 zurück nach Wien zu fahren, damit wir rechtzeitig vor Einbruch der Dunkelheit zu Hause sein konnten. Dieses Mal bog ich nach Hieflau und somit ins Gesäuse ab – endlich konnte ich diese Strecke in Angriff nehmen!

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Die Abgeschiedenheit dieser Gegend und die Schroffheit der Kalkfelsen war richtig beeindruckend. Wenn noch der Straßenbelag einigermaßen in Schuß gewesen wäre, hätte ich mich auch mehr auf die Landschaft konzentrieren können und nicht so sehr auf die notdürftig bedeckten Schlaglöcher und den damit einhergehenden Rollsplitt. Nach einer dennoch relativ zügigen Durchfahrt des Gesäuses bot der Blick zurück ein grandioses Panorama.

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Meine Tankanzeige war mittlerweile zu einem einzigen, blinkenden Strich verkommen, und ich musste zusehen, dass ich die nächste Tankstelle erreichte. Das war in St. Gallen, einem netten und sehr ursprünglich gebliebenen Ort der Fall. Die Fluchtburg des Stiftes Admont, Burg Gallenstein, thronte auf ihrem Felsen, und man konnte sich vorstellen, welch schöne Aussicht man vom Burgfried haben konnte.

Gallenstein

Ich beschloß mir nach fünfeinhalb nahezu durchgefahrenen Stunden eine erste, längere Pause zu gönnen, parkte die NC beim örtlichen Spar und kaufte mir ein paar Lebensmittel, welche ich gleich auf dem Parkplatz verdrückte. Nach 20 Minuten fuhr ich weiter.

Nach Altenmarkt grüßte mich etwas überraschend ein oberösterreichischer Grenzstein. Ich hatte nicht damit gerechnet, dass ein kleines Stück der Route dieses Bundesland streifen würde. Die Strecke entlang der smaragdgrünen Enns bis Weyer war auf der ausgezeichnet ausgebauten Bundesstraße rasch zurückgelegt, danach wurde ins enge Ybbstal nach Hollenstein und Göstling abgebogen. Niederösterreich hatte mich wieder! Über Lunz am See und den Zellerrain gings weiter zum Erlaufsee, der unterhalb der Gemeindealpe ruhig in der Sonne lag und zum kurzen Verweilen einlud.

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Die grandiosen Kurven der Mariazeller Straße folgten, bevor ich bei Lassingrotte nach Puchenstuben abbog, um erstmalig diese Hausstrecke der Wiener Biker unter die Räder zu nehmen. Ein kleines, grünes Hinweisschild machte mit der Beschriftung „Ötscherblick“ auf eben diesen Berg aufmerksam und hielt mich an, die NC abzustellen und ein Foto vom wuchtig in den Himmel ragenden Ötscher zu machen.

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Nach Frankenfels folgte das Pielachtal. Die Szenerie wurde lieblicher, die schroffen Kalkfelsen und Klippen hatte ich bei dieser Tour entgültig hinter mich gebracht. Sie wurden durch bewaldete Kuppen und Hügel abgelöst, die mich ans obere Waldviertel erinnerten, wobei dort die Täler deutlich breiter sind als hier beim Übergang ins Alpenvorland.

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Über Lilienfeld, St. Veit an der Gölsen und Hainfeld erreichte ich die schöne Strecke Klamm – Innermanzing, die sich wunderbar fahren lässt. Ich  genoß die Kurvengängigkeit – oder soll ich sagen das geschmeidige Tanzen – der NC noch einmal so richtig, bevor ich über die A1 zurück nach Wien fuhr. Dort kam ich gegen 18:20 Uhr nach 532.5 km zwar müde, aber sehr zufrieden an.

Gesäusetour Höhenprofil 25-09-13

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Groops Ausfahrt vom 7. September 2013: Heiligenkreuz – Mariazell – Wildalpen – Lunz am See

07-09-13

Eric, Fred, Joachim und ich trafen einander in Heiligenkreuz und fingen den Tag mit einem gemeinsamen Kaffee an. Gegen 9:45 fuhren wir über Hals und Haselrast (dort wird noch immer herumgewerkelt) zur Kalten Kuchl, wo eine erste Rast gegen 11:00 gemacht wurde. Der Parkplatz war krachend voll mit Motorrädern und ein ständiges Kommen und lautes Abfahren deutete an, dass der Ochssattel bei dem vorherrschenden herrlichen Sonnenschein für einige zur Rennstrecke werden würde. Als wir gegen 11:30 nach einer großen Bikergruppe aus Eisenstadt Umgebung losfuhren, welche uns übrigens schon zwischen Pernitz und Gutenstein etwas genervt hatte, da sich die Fahrer eher rücksichtslos zwischen uns und an uns vorbeigedrängt hatten, war der Ochssattel erstaunlich frei zu fahren. Wir machten den Abstecher über Hofamt und kurvten danach über St. Ägyd und Kernhof zum Hubertussee, wo die vorgeschriebenen 40 km/h wegen des herumliegenden Schotters kaum erreicht werden konnten. Im Hotel Himmelreich in Mariazell machten wir Mittagspause und hatten das Glück, gerade zwischen drei Tourbusladungen einzutreffen, sodass wir unser Hirschragout sehr schnell auf den Tisch bekamen. Anschließend besuchten wir die Basilika. Die Kerzerlgruft war aufgrund des starken Besucherandrangs geschlossen, und als wir die lange Schlange von Wartenden sahen, ließen wir es bleiben, gingen zum Hotel zurück und fuhren wieder los. Die Strecke Wildalpen – Palfau war grandios, viele Kurven, viele Motorräder, viele Wildwasserfahrer, entsprechend viele Busse mit Schlauchbooten vor und hinter uns – kurzum, es war einiges los auf der Strecke und entsprechend langsam ging es voran. Das hatte zur Folge, dass wir zu meinem Bedauern das Gesäuse sausen lassen mussten und stattdessen bei Mooslandl gegen 15:30 nicht Richtung Hieflau sondern Richtung Göstling abbogen, da wir sonst erst bei Dunkelheit zurückgekommen wären. In Lunz parkten wir unsere Gefährte beim See und setzten uns noch eine halbe Stunde ins Strandbad, um die Natur, die Sonne und ein Getränk zu genießen bevor es über Scheibbs und Wieselburg nach Ybbs an der Donau und über die A1 nach Wien zurück ging. Ankunft war gegen 18:45. Die Gesamtstrecke betrug ca. 410 Kilometer bei grandiosem Wetter und Landschaften sowie einer netten Truppe von Fahrern – was will man mehr!

SAMSUNG CAMERA PICTURESAusfahrt 07-09-13SAMSUNG CAMERA PICTURES SAMSUNG CAMERA PICTURES SAMSUNG CAMERA PICTURESAusfahrt 07-09-13Lunz am See

2. September 2013: Gemütliches Ausrollen am Abend

AusrollenNach einem langen Tag im Büro lockte mich der verbleibende Sonnenschein auf meine NC. Ich fuhr zuerst an der Wohnung vorbei, die wir uns am vergangenen Wochenende angesehen hatten und erkundete ein wenig die Gegend. Anschließend fuhr ich über den bei Bikern sehr beliebten Exelberg Richtung Königstetten. In einer eher harmlosen Linkskurve kurz vor Scheiblingstein fiel mir ein neues Kreuz mit an die zehn brennenden Ölkerzen davor auf… Lasse es nie an Achtsamkeit fehlen – war die eindrückliche Aussage. Mittlerweile wurde es langsam dunkel. Über Tulln und die Autobahn gings zurück nach Wien, wobei ich wieder einmal bemerkte, wie unwohl ich mich bei Nachtfahrten mit dem Motorrad fühle. Wenn es sich in Zukunft irgendwie vermeiden lässt, verzichte ich liebend gerne darauf. Dennoch sollte ich in nächster Zeit eine größere Ausfahrt planen, denn seit meiner Schottlandtour ist schon mehr als ein Monat vergangen, und es zeichnen sich deutlich erste Entzugserscheinungen ab, die offenbar selbst durch mehrfache Bürofahrten unter der Woche nicht ausgeglichen werden können.