Tag 7 der Schottlandtour: Isle of Mull und Iona (19. Juli 2013)

Tag 7Heute stand Ausflugsprogramm bei herrlichem Sommerwetter auf der Tagesordnung. Nach zuvorkommendem Service beim ausgezeichneten Frühstück in der Blair Villa, packte ich meinen kleinen Rucksack und ging zu Bowmans Tours, um mir die Tickets für die Fähre nach Craignure, den Bustransfer nach Fionnphort, die zweite Fähre nach Iona und das Ganze nochmals zurück zu besorgen. Die Wartehalle der Caledonian MacBrayne Anlegestelle war gestopft voll mit Touristen, die die Zwei-Insel-Tour Mull/Iona bzw. die Drei-Insel-Tour Mull/Iona/Staffa – letztere, um Fingal’s Cave zu besuchen – gebucht hatten. Nach Betreten der Fähre ging ich ans Oberdeck und setzte mich in die Nähe der Reiling, um gute Sicht für Fotos zu haben.

Die Abfahrt erfolgte gegen 9:40. Der Hafen glitt langsam an uns vorbei, und es eröffneten sich sehr schöne Ansichten auf eine beeindruckende Landschaft.

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Kurz vor Craignure passierte die Fähre das Lismore Lighthouse auf der Insel Eilean Musdile, den Duart Point mit dem William Black Memorial Tower und das Duart Castle, den Clansitz der Macleans.

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Am Anlegeplatz der Fähre warteten Reihen von Bussen auf die Touristenmassen, die soeben an Land gegangen waren. Das Ganze erinnerte mich allzusehr an meine längst vergangene Studententätigkeit als Reiseleiter auf diversen Kreuzfahrtschiffen, und ich war sehr froh, mich einfach ohne ein Mikrofon nehmen zu müssen in einen Bus setzen zu können, und mir vom Fahrer, der als Alleinunterhalter fungierte, die Schönheiten der Isle of Mull näherbringen zu lassen.

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Die Insel ist sehr hügelig, sehr grün und sehr einsam. Wenn man bedenkt, dass gerade mal vor 190 Jahren in den 1820ern die ersten kutschentauglichen Straßen von Thomas Telford gebaut wurden, dann fragt man sich, wie die Leute hier früher ihr Leben fristeten und Waren austauschten. Teile des ursprünglichen Trassenverlaufes mit kleinen Steinbrücken über Rinnsale und Bäche waren neben der modernen single track road noch gut zu erkennen, teilweise überschnitten sie sich. Es war erstaunlich zu sehen, dass die alten Steinbrücken, die ursprünglich für Kutschen ausgelegt worden waren, auch noch heutigen Reisebussen standhielten.

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In Fionnphort am westlichsten Ende der Isle of Mull angekommen, hieß es aussteigen und gleich darauf wieder anstellen, um auf die Überfahrt nach Iona zu warten. Die Fähre hatte gerade an der anderen Seite der Meerenge in Iona angelegt, und das ermöglichte es, sich den Strand etwas genauer anzusehen, der aus feinstem Sand und fast karibischblauem Wasser bestand.

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Auf die Fähre passten gerade mal ein paar Autos und vielleicht 80 Leute. Ich konnte auf der nur zehn Minuten dauernden Überfahrt den gesamten Ostteil der kleinen, kargen Insel samt prominent hervorragendem Kloster überblicken.

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Kaum angekommen, stapfte ich los, um möglichst vor den Massen beim Kloster zu sein. Ich eilte an den paar Häusern am Hafen entlang, danach über einen Trampelpfad quer über eine Wiese und erreichte bald einen Holzzaun unterhalb der Kirche. Kein Mensch war zu sehen, und ich wunderte mich, wo denn all die Touristen geblieben waren, denn es war mir niemand gefolgt. Die Verwunderung löste sich rasch als mir klar wurde, dass ich nicht den üblichen Weg zum Kloster genommen hatte, der an der Besucherschranke samt Ticketausgabe endete und den alle anderen gegangen waren.

Ich wanderte auf dem geschichtsträchtigen Platz umher und las immer wieder in meinem eigens zusammengestellten Tourbuch Details über Menschen, Gebäude und historische Zusammenhänge nach, um die jahrhundertelange religiöse und politische Bedeutung von Iona besser zu erfassen. Zahlreiche Fotos entstanden, von denen hier eine Auswahl zu sehen ist.

Kloster, keltische Kreuze und ein Teil der Kultstraße zum Relig Odhráin, dem seit dem sechsten Jahrhundert bestehenden Friedhof:

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Die winzige Begräbniskapelle von St. Kolumban, in der sich zwei mittels Klapptüren im Holzboden zugängliche Steinsarkophage befinden:

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Das Innere der wiederaufgebauten Klosterkirche, die als örtliche Pfarrkirche fungiert:

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Der erst im 20. Jahrhundert gebaute und an die Kirche anschließende Kreuzgang:

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Die St. Oran’s Chapel, das älteste Gebäude auf der Insel (erbaut um 1150), umgeben vom Friedhof Relig Odhráin, auf dem im Laufe der Jahrhunderte neben vielen anderen 48 schottische, acht norwegische und vier irische Könige beerdigt worden waren:

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Die Reste der Augustinian Nunnery aus dem frühen 13. Jahrhundert:

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Ein paar weitere Eindrücke von Iona:

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Ich fuhr gegen 14:30 Uhr mit der Fähre zurück nach Fionnphort, um mir noch das Columba Centre mit seinen Ausstellungen zu Iona anzusehen, es war aber leider geschlossen. Da noch ein wenig Zeit bis zur Abfahrt des Busses war, ging ich an den schönen Strand und erfreute mich an der Landschaft.

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Die Busfahrt zurück nach Craignure zog sich ziemlich dahin, und ich war froh, nicht selbst fahren zu müssen. Die Anstrengung hätte mir wahrscheinlich single track roads auf Dauer vergällt! Beeindruckend war die Einsamkeit mancher Gehöfte, die sich verloren an grandiose Bergwände anschmiegten und wohl ausschließlich der Schafzucht dienten.

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An der Anlegestelle von Craignure setzte ich mich in den Schatten eines Hauses, da mir die Sonne ziemlich zusetzte. Sonnenschutzmittel hatte nicht auf meiner Prioritätenliste für Schottland gestanden, und so machte sich ein ordentlicher Sonnenbrand im Gesicht, dem Nacken und an den Unterarmen bemerkbar. Die Rückfahrt nach Oban war angenehm, da der Seewind Kühlung spendete, aber mir war klar, dass der Tag nicht ohne Spuren vorbeigehen würde.

Das Duart Castle thronte beeindruckend auf seinem Felsen, und als etwas später die schöne Hafeneinfahrt von Oban ins Blickfeld rückte, war das ein erhebender Anblick.

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Nach der Ankunft ging ich zum Quartier und cremte mir die verbrannten Stellen dick ein in der Hoffnung, den Sonnenbrand etwas zu mildern. Das wird wohl nicht wirklich von Erfolg gekrönt sein, aber was soll’s. Der Tag war voller guter Eindrücke gewesen, jetzt gibt es noch ein gutes Abendessen in einem alten Pub namens The Lorne, und danach wird der Ortliebsack für die morgige, finale Strecke der Schottlandtour nach Perth gepackt, damit ich gleich nach dem Frühstück losfahren kann.

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